Selbstmanagement für Chronisch Kranke

Interessanter Austausch bei erster Insea-Fachtagung in Berlin

In der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung veranstaltete das INSEA-Netzwerk eine Fachtagung unter dem Titel „Selbstmanagementprogramme für Chronisch Kranke“. Am 21. Oktober 2016 trafen sich rund 120 Teilnehmende aus ganz Deutschland, um sich über Konzepte und Strategien zum Selbstmanagement bei Chronisch Kranken auszutauschen.

Die Vorträge am Vormittag beschäftigten sich mit theoretischen Grundlagen zu Empowerment, Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement. Dabei wurde besonders intensiv der Beitrag von Professorin Doris Schaeffer aus Bielefeld diskutiert, die bei einer Befragung von 2000 Personen herausfand, dass die Gesundheitskompetenz in Deutschland deutlich verbesserungswürdig ist.

Am Nachmittag wurde die Umsetzung des INSEA-Programms in Deutschland, aber auch in den europäischen Nachbarländern Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden vorgestellt. Unterschiede zwischen dem Konzept einer Patientenschulung und einem Selbstmanagementprogramm wurden diskutiert – angeregt durch einen Vortrag von Prof. Dr. Eva Bitzer, Pädagogische Hochschule Freiburg.

Konkrete Fragen zur Umsetzung der INSEA-Kurse in Deutschland wurden am nächsten Tag im anschließenden Kursleitertreffen mit 30 Teilnehmer/innen diskutiert und Verbesserungsvorschläge gesammelt.
Hier arbeiteten vor allem die Kursleitungen im Austausch. Aus Bayern nahmen 16 Personen teil, alle direkt mit der Durchführung des Programmes in Bayern beteiligt.

INSEA bedeutet Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben und ist ein 6-wöchiges Kursprogramm für Chronisch Kranke, Angehörige und Freunde, die hier unterstützt werden aktiver mit ihrer Gesundheit umzugehen.
In Bayern führen Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeaktive diese Kurse durch und informieren bei einem 7. Treffen über die regionale Selbsthilfe.
An 6 Standorten in Bayern werden 2015 und 2016 insgesamt 23 Kurse durchgeführt. Die Zufriedenheit der Kursteilnehmenden ist mit 99 % Weiterempfehlungsrate und der Schulnote 1,5 sehr hoch. In München und Augsburg ist es gelungen, weiterführende Treffen anzubieten.

Die Präsentation zum Standort Bayern können Sie sich nachfolgend herunterladen.

INSEA Fachtagung - Vortrag Theresa Keidel, SeKo Bayern und Jens Krug, BARMER GEK

Vortrag von Theresa Keidel (SeKo Bayern) und Jens Krug (BARMER GEK) zum Thema INSEA-Selbstmanagement an der Schnittstelle zur Selbsthilfe

INSEA - Selbstmanagement als Brücke zur Selbsthilfe

INSEA “gesund und aktiv leben” ist ein Selbstmanagementkurs, der Impulse gibt, um besser mit einer chronischen Krankheit leben zu lernen. Bayern wurde als Modellstandort ausgewählt und bietet 2016 in sechs Modellregionen INSEA-Kurse an. Dabei steht INSEA für „Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben“. In Bayern wird der Kurs von Selbsthilfeaktiven und Mitarbeiterinnen von Selbsthilfekontaktstellen gemeinsam angeboten und bietet so eine Brücke zur regionalen, gesundheitsbezogenen Selbsthilfe.
Mit einer chronischen Erkrankung – wie z.B. Diabetes, Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Lungenerkrankungen, Krebs oder anderen Beeinträchtigungen – ist das Leben nicht immer einfach und erfordert von den Betroffenen und ihren Angehörigen häufig Veränderungen im Alltag.
Dabei will das Kursprogramm INSEA Unterstützung anbieten. Die Kurse richten sich an Personen, die selbst erkrankt sind, und auch an deren Angehörige oder Freunde.

Der Kurs “INSEA – gesund und aktiv leben“ geht über sechs Wochen, man trifft sich einmal in der Woche für ca. 2,5 Stunden. Themen sind unter anderem

  • Individuell mit Schmerzen umgehen
  • Nützliche Tipps im Umgang mit der Erkrankung
  • Sich auf einen Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten
  • Entspannungsübungen
  • Ausgewogen, gesund und mit Genuss ernähren
  • Ihr persönliches Bewegungsprogramm
  • Sich selbst motivieren
  • Wege und Ideen, im Alltag kreativ mit Einschränkungen umzugehen
  • Selbstvertrauen im Umgang mit Krankheit stärken
  • Mit Medikamenten leben
  • Kommunikation mit Familie, Freunden und Fachpersonen
  • Ziele setzen

An einem nachfolgenden 7. Abend werden zusätzlich Informationen über die regionalen Selbsthilfegruppen angeboten. Hierbei werden ganz individuell die Erkrankungen oder Probleme der Teilnehmer berücksichtigt.

INSEA ist ein evidenzbasiertes Stanford Selbstmanagement Programm, gefördert von Careum. Die Umsetzung in Deutschland wird ermöglicht durch Robert Bosch Stiftung und BARMER GEK.
Im Programm „Gesund und aktiv leben“ wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass die teilnehmenden Personen gesundheitlich und persönlich sehr profitieren. Die BARMER GEK finanziert in erster Linie die Erprobung von INSEA als Brücke zur Selbsthilfe.
In Bayern wird das Programm in den nächsten zwei Jahren in Augsburg, Bamberg, Kempten, im Landkreis Main-Spessart, in Mittelfranken und München angeboten. Die Koordinierung in jeder Region übernimmt die jeweilige Selbsthilfekontaktstelle. Die Projektleitung hat der Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. mit seiner Geschäftsstelle SeKo Bayern in Würzburg übernommen. Gemeinsam mit der bundesweiten Koordinierungsstelle an der Medizinischen Hochschule Hannover – und den Förderern sowie dem Evivo-Netzwerk e.V. in der Schweiz wird das Projekt weiterentwickelt und die Einführungsphase begleitet.

Region Augsburg
Selbsthilfekontaktstelle des Gesundheitsamtes Augsburg
Ansprechpartnerin: Christiane Dehne Tel. 0821 / 324-2071 oder -2013, christiane.dehne@augsburg.de
Treffpunkt: Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, Karmelitengasse 11, 86152 Augsburg

Region Bamberg
Selbsthilfebüro Bamberg/Forchheim
Ansprechpartner: Alexander Schlote, Tel: 0951 / 91 70 09 40, info@selbsthilfebuero.de
Treffpunkt: Seniorenzentrum AWO, Hauptsmoorstraße 26, 96052 Bamberg

Region Kempten
Selbsthilfekontaktstelle Kempten/Allgäu
Ansprechpartnerin: Cornelia Beyrer, Tel: 0831 / 9 60 60 91, shg.kempten@mnet-online.de
Treffpunkt: Selbsthilfekontaktstelle Kempten/Allgäu, St.-Mang-Platz 11, 87435 Kempten

Region Main-Spessart
BRK Selbsthilfebüro Main-Spessart
Ansprechpartnerin: Simone Hoffmann, Tel. 09353 / 98 17 86, hoffmann@kvmain-spessart.brk.de
Treffpunkt: VHS Gemünden, Obertorstraße 39, 97737 Gemünden am Main

Region Mittelfranken
Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken
Ansprechpartnerin für Nürnberg: Marion Krieg, Tel. 0911 / 23 49 449, krieg@kiss-mfr.de
Treffpunkt: Kiss Mittelfranken, Am Plärrer 15, 90443 Nürnberg

Ansprechpartnerin für Roth-Schwabach: Daniela Schmidt, Tel. 09171 / 9 89 73 70, roth@kiss-mfr.de
Treffpunkt: Kiss Roth-Schwabach, Sandgasse 5, 91154 Roth,

Region München
Selbsthilfezentrum München
Ansprechpartnerin: Astrid Maier, Tel: 089 / 53 29 56 18, astrid.maier@shz-muenchen.de
Treffpunkt: Selbsthilfezentrum München, Westendstr. 68, 80339 München

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Allgemeine Informationen zum Projekt in Bayern erhalten Sie über Theresa Keidel (Tel. 0931 / 20 78 16 41, selbsthilfe@seko-bayern.de) und Daniela Meilhammer (0931 / 20 78 16 43)

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Über diesen Link erreichen Sie die Insea-Aktiv Homepage.

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