Zusammenarbeit mit Gesundheitsberufen

Schwerpunkt 2019: „Selbsthilfe und Psychotherapie“

Selbsthilfegruppen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als wesentliche Ergänzung
zum professionellen Hilfesystem etabliert. In Selbsthilfegruppen finden Betroffene gegenseitiges Verständnis, müssen sich nicht erklären, treten aus ihrer Isolation heraus.
Die Nachfrage von Menschen mit seelischen Erkrankungen und Problemen bei den 33 Einrichtungen zur Selbsthilfeunterstützung in Bayern steigt stetig an. Immer wieder geht es dabei um die Überbrückung von Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz, um Unsicherheiten zum Krankheitswert der empfundenen Störung oder um die Frage, an wen man sich mit der eigenen Problematik wenden kann. Selbsthilfegruppen können eine gute Ergänzung zur Psychotherapie sein.
Die Gründung und Begleitung solcher Gruppen ist anspruchsvoll und fordert besondere Kompetenzen.
Mit der Einrichtung der psychotherapeutischen Sprechstunde wurde die Lotsenfunktion der
Psychotherapeuten in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen weiter
gestärkt. Inzwischen kommt den Psychotherapeuten im Kontext der Sprechstunde für eine steigende Zahl von Patientinnen und Patienten die Aufgabe zu, unter Hinzuziehung der verschiedenen Behandlungsangebote und Hilfen vor Ort eine angemessene Versorgung ihrer Patienten zu organisieren.
Der Kooperation mit der Selbsthilfe und den Selbsthilfekontaktstellen kommt hierbei eine wichtige Bedeutung zu.
In dem Projektschwerpunkt geht es darum, miteinander in Kontakt zu kommen und mehr übereinander zu erfahren. Nach den überaus positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres wird es auch in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung für Selbsthilfegruppen, Psychotherapeuten und Selbsthilfekontaktstellen geben.

Save the Date - Informationsveranstaltung: Selbsthilfe trifft Psychotherapie am Samstag, 28. September 2019

10:30 bis 14:30 Uhr
in den Räumen der
Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Hofstraße 5, 97070 Würzburg

Geplant sind zwei Vorträge von Prof. Dr. Gabriela Zink und von Prof. Dr. Monika Sommer. Im Anschluss stellen sich Selbsthilfegruppen aus dem psychosozialen Bereich, Mitarbeiter*innen von Selbsthilfekontaktstellen und Psychotherapeuten*innen mit ihren Themen vor. Geplant sind Beiträge zu sozialer Phobie, zu jungen Menschen mit Depressionen, zu Essstörungen und zum Thema Sucht.

Das ausführliche Programm wird ab Ende Mai zur Verfügung stehen, Anmeldungen werden ab 15. Juli entgegengenommen.

Das Projekt „Zusammenarbeit mit Gesundheitsberufen“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Bericht über die Informationsveranstaltung "Selbsthilfe trifft Psychotherapie" am 11. Oktober 2018 in München

Selbsthilfe trifft Psychotherapie - Austausch zu intensiverer Kooperation gelungen

Mit einer ausgebuchten Veranstaltung – die eine Hälfte Psychotherapeuten*innen, die andere Selbsthilfegruppen und –kontaktstellen aus ganz Bayern, wurden die Erwartungen der Veranstalter*innen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen.

Begegnungen auf Augenhöhe konnten stattfinden, Informationen ausgetauscht werden, Neues in Erfahrung gebracht werden – alle konnten voneinander und miteinander lernen und profitieren. In dem sehr angenehmen Ambiente der Konferenzetage der KVB war es möglich für und mit 125 Personen einen intensiven Begegnungsraum zu schaffen.

Drei Vorträge ermöglichten einen guten theoretischen und praktischen Einstieg ins Thema. Zunächst stellte Prof. Gabriela Zink (Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften Hochschule München) die gesellschaftliche Bedeutung und Wirkweisen von Selbsthilfe dar. Danach berichtete Herr Christian Schabel-Blessing von TransMann e.V. sehr authentisch von seinem persönlichen Weg. Und schließlich stellte Prof. Dr. Monika Sommer (Vorstandsfrau PTK) anschaulich die Unterschiede von Psychotherapie und Selbsthilfe dar.

Nach der Kurzpräsentation der Infopoints konnten sich alle bei einem einstündigen Gallerywalk gezielt über die Themen informieren, die sie am meisten ansprachen. Es gab die Möglichkeit mit Betroffenen und Angehörigen unterschiedlichster SHG zusammenkommen, Zugangswege und Angebote zur Psychotherapie zu erfragen und die wichtige Netzwerkarbeit von Selbsthilfekontaktstellen kennen zu lernen.

SeKo Bayern führte diese Veranstaltung in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und der Psychotherapeutenkammer (PTK) durch.

Gefördert wurde die Veranstaltung vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Irena Tezak, SeKo Bayern

(Foto: KVB) Das Organisationsteam und Referentinnen, von links nach rechts: Dr. med. Angela Lüthe, Prof. Dr. Gabriela Zink, Michael Stahn, Elisabeth Benzing, Caroline Scheide, Dr. Nina Sarubin, Klaus Grothe-Bortlik, Irena Tezak, Prof. Dr. Monika Sommer

(Foto: KVB) Das Organisationsteam und Referentinnen, von links nach rechts: Dr. med. Angela Lüthe, Prof. Dr. Gabriela Zink, Michael Stahn, Elisabeth Benzing, Caroline Scheide, Dr. Nina Sarubin, Klaus Grothe-Bortlik, Irena Tezak, Prof. Dr. Monika Sommer

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