Leitbild des Vereins

Selbsthilfe im Gesundheits- und Sozialbereich ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer aktiven und lebendigen Gesellschaft. Sie ist eine wesentliche Säule des Bürgerschaftlichen Engagements. Zentrale Elemente neben der Selbstorganisation sind die Betroffenheit, die Freiwilligkeit, die parteipolitische Neutralität, die Chancengleichheit und die Unentgeltlichkeit. 

Unser Ziel ist die Aktivierung und Stabilisierung von Selbsthilfeaktivitäten. Wir unterstützen durch Beratung und hilfreiche Rahmenbedingungen Menschen und Gruppen auf dem Weg zu solidarischem, wertschätzendem Miteinander auf Augenhöhe.

Unserer Arbeit liegt dabei der Gedanke zugrunde, dass Menschen Ressourcen und Fähigkeiten in sich tragen, um schwierige Lebenssituationen und Krisen zu bewältigen. In der Gemeinschaft fördert die Selbsthilfe die gesunden Anteile des Einzelnen. 

Wir fördern die Neugründung von Selbsthilfegruppen und die Arbeit von bestehenden Selbsthilfegruppen. Die Gestaltung und der Inhalt der Treffen liegen in der Verantwortung der Gruppe. 

Der Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. unterstützt ein Miteinander auf Augenhöhe, gestaltet Netzwerke zwischen Fachleuten und Selbsthilfegruppen sowie zwischen den aktiven Gruppen in vielfältiger Weise. Dies bieten wir als bayerische Selbsthilfekontaktstellen gemeinsam mit unserer Netzwerkeinrichtung – Selbsthilfekoordination Bayern – bedürfnisorientiert und niederschwellig an. 

Die Mitglieder des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. arbeiten themen- und verbandsübergreifend und stehen mit ihren Angeboten allen interessierten Menschen offen. Als gemeinsame Basis hat sich der Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. eine Satzung und eine Geschäftsordnung gegeben und differenzierte Standards festgelegt.

Verabschiedet MV, Mai 2017

Wie finanziert sich der Verein?

Finanzierung 

Die Finanzierung bereitet beim weiteren Ausbau nach wie vor Probleme. Zwar steht die gesundheitliche Selbsthilfe in Bayern aufgrund der umfangreichen Unterstützung durch die Krankenkassen im Vergleich zu jener in anderen Bundesländern gut da. Während den gesetzlichen Krankenkassen seit 2008 die Förderung der Selbsthilfe vorgeschrieben ist und diese mit dem Präventionsgesetz (PrävG) seit Januar 2016 nochmals verstärkt wurde (§ 20h SGB V), agieren die kommunalen Zuschussgeber ohne vom Gesetzgeber vorgegebenen Grundlagen und sind bei knappen Finanzmitteln nur schwer zu einem Engagement zu bewegen – auch wenn sie dieses politisch befürworten. Hier muss noch verstärkt Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden, da die Krankenkassen nicht alleiniger Regelförderer aller Bereiche der Selbsthilfe sein können und wollen.

Projekte wie zum Beispiel die Stärkung der Selbsthilfe im Suchtbereich und das Projekt Zusammenarbeit mit Gesundheitsberufen sind  wichtig für die inhaltliche Weiterentwicklung des Selbsthilfegedankens. Diese  oben genannten Projekte werden beispielsweise zum großen Teil vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert.

Bei anderen Projekten wird der Verein auch von anderen Seiten unterstützt: Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die Bayerische Apothekerschaft, die bayerischen Psychotherapeuten und nicht zuletzt das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, das ja auch die Basisarbeit von SeKo Bayern in erheblichem Umfang unterstützt, sind immer wieder beteiligt, wenn es um die Umsetzung und Durchführung von Selbsthilfeprojekten oder die Umsetzung innovativer Ideen geht.

Projekte 2019:

Das Projekt Zusammenarbeit mit Gesundheitsberufen wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Das Projekt Stärkung der Selbsthilfe in Bayern im Suchtbereich wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns gefördert.

Das Projekt INSEA (Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben) wird von der BARMER gefördert.

Das Projekt 12. Bayerischer Selbsthilfekongress wird von der Fördergemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen/-verbände in Bayern, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, der Bayerischen Landesapothekerkammer, dem Bayerischen Apothekerverband sowie der Psychotherapeutenkammer gefördert.

Offene Wünsche 

Die Soziale Selbsthilfe stellt nach wie vor ein Sorgenkind dar. Auch wenn es in Bayern einige, wenige Kommunen gibt, die sich diesem Thema auch ohne gesetzlichen Auftrag verpflichtet sehen, bleiben doch viele soziale Gruppen wenig berücksichtigt. Gruppen zuThemen wie Alleinerziehende, Arbeitslosigkeit, Migration, Trennung/Scheidung oder Überschuldung werden dadurch allein gelassen und können oftmals nicht mal einen Flyer oder ihre Raummiete finanzieren.

Auch die Förderung der Selbsthilfekontaktstellen durch den Freistaat Bayern steht nach wie vor auf der Agenda, da sich die Landesregierung zwar politisch immer zur Selbsthilfe bekannt hat, bisher aber nur die Selbsthilfekoordination Bayern und Selbsthilfegruppen aus dem Bereich „Chronisch Kranke und Behinderte Menschen“, sowie Mütter und Familienzentren fördert. Besonders hilfreich wäre hier ein dauerhaftes, finanzielles Engagement des Freistaates, um selbsthilfefreundliche Kommunen und Landkreise zu belohnen und zu entlasten. Gerade eine Pauschalförderung für die regionalen Selbsthilfekontaktstellen, wie es in anderen Bundesländern üblich ist, würde die Infrastruktureinrichtungen stabilisieren und den Ausbau erleichtern.