Rückmeldungen zu unseren Wünschen an die Politik

06.08.2020
Unsere „Wünsche an die Politik“ haben schon Früchte getragen. So wird sich Manfred Ländner, CSU, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport im September zu einem Gespräch mit uns in Würzburg treffen, um aus erster Hand über die Situation der bayerischen Selbsthilfegruppen in der Corona-Zeit informiert zu werden.

Auch die SPD-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Volkmar Halbleib hat sich schon Ende Juli an uns gewandt und ihre Unterstützung bei einer zweiten Welle zugesagt. Das Schreiben können Sie hier herunterladen. 

Jetzt hat auch noch der Patienten- und Pflegebeauftragte Dr. Peter Bauer reagiert und die wichtige Arbeit von Selbsthilfegruppen hervorgehoben. Das Schreiben des Patienten- und Pflegebeauftragten können Sie hier herunterladen. 

Wünsche an die bayerische Politik

Beim von SeKo Bayern organisierten „Selbsthilfetreffpunkt Bayern“ befassten sich Selbsthilfeaktive und Vertreter*innen von Selbsthilfekontaktstellen mit der Corona-Zeit, die von Selbsthilfeaktiven als besonders schwierig empfunden wurde.

Es herrschte zwar grundsätzlich großes Verständnis und Einvernehmen für das Vorgehen der bayerischen Staatspolitik einen „strengeren“ Weg zu verfolgen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Gerade für Personen aus den Risikogruppen war dies entscheidend und bedeutete viel Sicherheit.

Trotzdem hat sich die Selbsthilfe gerade in der Phase der Lockerungen von der Politik übersehen gefühlt und es gab hier viel Frustration. So wurden die mehrfachen Änderungen in den bayerischen Infektionsschutzverordnungen und die fehlende Nennung von Selbsthilfegruppen in der Lockerungsphase als problematisch und wenig wertschätzend eingestuft.

Neben Online-Treffen, die nur ein Teil der Selbsthilfeaktiven nutzen kann, sind aber gerade Präsenztreffen für alle Selbsthilfegruppen, insbesondere für die Suchtselbsthilfe und Selbsthilfegruppen im psychosozialen Bereich, sehr wichtig. Nur so lassen sich Rückfälle in alte Muster vermeiden und drohender Vereinsamung vorbeugen. Besonders problematisch sehen die Vertreter*innen der Selbsthilfe die Situation, die im Herbst auf uns zukommt. So fehlen große Räume, um mit Abstandsregeln Gruppentreffen zu veranstalten. Für Onlinetreffen fehlt es zum Teil an der digitalen Ausstattung, aber auch an der stabilen Internetverbindung im ländlichen Raum.

Daraus ergeben sich folgende...

...Wünsche an die Politik:

  1. Einrichtung einer Selbsthilfebeauftragt*en: direkte Kommunikationsmöglichkeit, um wichtige Themen an die Politik zu transportieren
  2. Zukünftige Nennung der Selbsthilfe in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung oder anderen gesetzlichen Verordnungen
  3. Weniger Polarisierung und Stigmatisierung in der Berichterstattung: nicht „Jüngere müssen die "Älteren" schützen“ besser wäre „Jeder achtet auf alle Mitmenschen“
  4. Finanzierung technischer und digitaler Ausstattung, um allen Selbsthilfeaktiven die Beteiligung an Onlineangeboten zu ermöglichen
  5. Aufbau von Hilfesystemen, um Erfahrung mit digitalen Anwendungen weiterzugeben
  6. Aufruf vom Freistaat an die Kommunen geeignete Räume für Selbsthilfegruppentreffen möglichst kostenfrei zur Verfügung zu stellen

Die Wünsche wurden beim virtuellen Selbsthilfetreffpunkt Bayern am 21.07.2020 gesammelt und am 23.07.2020 von SeKo Bayern weitergegeben. 

Selbsthilfe auf Raumsuche

Erfreulicherweise sind Gruppentreffen inzwischen wieder möglich, allerdings haben viele Selbsthilfegruppen Schwierigkeiten geeignete Räume für Treffen zu finden.  

Bei unseren virtuellen Selbsthilfetreffpunkten und durch einige bayersichen Selbsthilfekontaktstellen, haben wir erfahren, dass viele Selbsthilfegruppen keine geeigneten Räume für Ihre Gruppentreffen finden können. Aufgrund der Hygienebestimmungen haben Gruppen in ihren bisher genutzten Räumen, oft nicht ausreichend Platz um ein Gruppentreffen stattfinden zu lassen. 

Wir sind daher auf der Suche nach kreativen Lösungsideen zur Raumsuche. Wie hat Ihre Gruppe die Raumsuche gelöst? Haben Sie gute Vorschläge, wie und wo eine Gruppe geeignete Räumlichkeiten finden kann? Wir freuen uns über Ihre Anregungen an stefanie.hossfeld@seko-bayern.de und werden gerne Lösungsideen hier weitergeben! 

Denn auch bei der Raumsuche gilt: Gemeinsam klappt es doch oft besser und die kreative Idee des Einen hilft vielleicht auch einer anderen Gruppen. 

Lesen Sie auch einen Artikel der NAKOS Internetredaktion zum Thema Selbsthilfegruppen benötigen neue Räume: https://www.nakos.de/aktuelles/nachrichten/key@7508. 

Gemeinsamer Aufruf von Kiss Regensburg und Stadt Regensburg

Die Stadt Regensburg unterstützt den Appell der Selbsthilfekontaktstelle geeignete Räumlichkeiten zur Nutzung von Gruppentreffen zur Verfügung zu stellen. Eine Pressemeldung dazu finden Sie hier. 

Wer Räumlichkeiten zur Zwischennutzung oder auch dauerhaft in den Abendstunden zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne direkt bei Kiss Regensburg (Tel. 0941 599 388 610, E-Mail: kiss.regensburg@paritaet-bayern.de) oder bei der Stadt Regensburg melden.

Öffentlicher Aufruf in Bremen 

Die Sozialsenatorin, Frau Anja Stahmann, unterstützte den öffentlichen Aufruf der Geschäftsführerin des Netzwerk Selbsthilfe Bremen-Nordniedersachsen e.V, Frau Sabine Bütow. Sie bat um Hilfe bei der Raumsuche für Selbsthilfegruppen. 

Dank des Aufrufs und der Unterstützung, wurden in Bremen inzwischen geeignete Räume für Gruppentreffen gefunden. 

Lesen Sie dazu auch die Pressemeldung des Senats und die Info auf der Facebook-Seite des Netzwerk Selbsthilfe Bremen.