Selbsthilfe und Corona

Selbsthilfegruppen in Bayern dürfen sich treffen - allerdings unter strengen Auflagen

06.11.2020
Gemeinsam haben sich seit Beginn des Lockdown Light Selbsthilfeaktive, Selbsthilfekontaktstellen, Politik und wir von SeKo Bayern um die weitere Durchführung für Präsenztreffen für Selbsthilfegruppen bemüht.

Jetzt wurde eine Lösung gefunden: Selbsthilfegruppen dürfen sich auch bei Präsenztreffen sehen, wenn es medizinisch sinnvoll ist. Im Gespräch mit dem Staatssekretär wurde gestern geklärt, dass sich Selbsthilfegruppen auch ohne fachliche Leitung treffen können, wenn dies absolut notwendig ist. Dies gilt für alle Selbsthilfegruppen im Gesundheits- und Sozialbereich, wenn Suchtdruck, psychische Probleme oder der Austausch über chronisch somatische Erkrankungen/Behinderungen in Präsenztreffen so wichtig sind, dass dieser durch ein Onlinetreffen oder andere Möglichkeiten des Kontaktes nicht ersetzt werden kann. 

Allerdings gibt es für das Durchführen strenge Auflagen wie Hygienekonzept, Einhaltung der Aha-Regeln und Maskenpflicht. 

Hier der Originaltext des Schreibens vom 05.11.2020:

„Selbsthilfegruppen ergänzen das professionelle Versorgungssystem. Sie betonen die Eigenverantwortung und ermöglichen Teilhabe der Betroffenen und setzen sich auch mit der medizinischen Versorgung auseinander. Neben der fachlichen Beratung und Information bereichern sie die Versorgungslandschaft niedrigschwellig durch eine psychologische und soziale Komponente und setzen wertvolle Ressourcen für die Gesunderhaltung und Problembewältigung frei. Selbsthilfe-Verbände für z B. Menschen mit Behinderung, chronischen psychosozialen Krankheiten oder Suchterkrankungen bieten darüber hinaus Möglichkeiten der Begegnung und Vertretung der Anliegen und Interessen behinderter oder chronisch kranker Menschen. Selbsthilfe hat daher einen hohen gesundheitspolitischen Stellenwert. Sie zeichnet sich typischerweise durch den selbstbestimmten Austausch Betroffener sowie Angehöriger in Gruppen aus, um die persönliche Lebensqualität zu verbessern. 

Online-Treffen der Selbsthilfegruppen sind immer zulässig. Nach dem Sinn und Zweck der 8. BayIfSMV können darüber hinaus auch absolut notwendige Präsenztreffen von Selbsthilfegruppen stattfinden. Die Durchführung als Präsenztreffen soll nur dann in der Gruppe erfolgen, wenn hierdurch ein gesundheitlicher oder körperlicher Erfolg zu erwarten ist, der umgekehrt bei der individuellen Betreuung ausbliebe, und die Durchführung medizinisch sinnvoll und notwendig ist.“

Zwischen allen Beteiligten ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu wahren. Es besteht Maskenpflicht, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen, sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz. Der Veranstalter oder in sonstiger Weise für die (Selbst-)Organisation der Gruppe Verantwortliche hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Es ist auf geeignete Weise sicherzustellen, dass die Kontaktnachverfolgung gewährleistet ist.“

Aktuelle Informationen zu Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung & Pressemeldungen

02.11.2020
Am 30.10.2020 wurde die Achte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (8.BayIfSMV) (https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-616/) veröffentlicht. 

Die Verordnung tritt am 02.11.2020 in Kraft und ist bis 30.11.2020 befristet.

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Informationen von NAKOS zu aktuellen Regelungen für Gruppentreffen

10.11.2020
Auf der Homepage der NAKOS finden Sie eine aktuelle Übersicht der unterschiedlichen Bestimmungen bezüglich Selbsthilfegruppentreffen in den Bundesländern. 

Außerdem hat NAKOS am 05.11.2020 in einer Pressemitteilung dazu aufgerufen, Gruppentreffen im Teil-Lockdown nicht zu verbieten. 

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Pressemitteilung der Ehrenamtsbeauftragten Eva Gottstein vom 06.11.2020

„Lock-Down light“: Medizinisch sinnvolle und notwendige Präsenztreffen für Selbsthilfegruppen können stattfinden
Eva Gottstein: „Wichtiges Signal an ehrenamtliche Basis der Selbsthilfe!“

"Im Zuge der verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wur-den die Kontakte sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum abermals stark begrenzt, berufliche oder dienstliche Tätigkeiten sind aber davon ausgenommen. Doch wie verhält es sich mit Selbsthilfegruppen?"

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Pressemitteilung von Kiss Mittelfranken e.V.

Eindringlicher Appell von Kiss Mittelfranken: Selbsthilfe besonders in Zeiten steigender Covid-19-Infektionszahlen von gesellschaftlicher Bedeutung

Selbsthilfe bietet als Ergänzung und Erweiterung therapeutischer Maßnahme vielen Menschen eine stabile Grundlage für die Bewältigung und Strukturierung ihres Alltags. Die Selbsthilfegruppen sind damit ein wichtiger Teil unserer demokratischen Zivilgesellschaft und können dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Krise zu stärken.

Gesamte Pressemeldung hier herunterladen 

Inzidenzwert über 35? Bitte informieren Sie sich über eventuelle Maßnahmen in Ihrer Region. 

21.09.2020
Erreicht die Corona-Inzidenz einer Stadt oder eines Landkreises einen Wert von oder über 35, werden von den örtlichen Behörden eventuell Gegenmaßnahmen beschlossen und es kann zu regionalen Maßnahmen, wie zum Beispiel Kontaktbeschränkungen, kommen.  

Bitte informieren Sie sich daher vor Ort, ob, in welcher Gruppengröße bzw. unter welchen Auflagen Gruppentreffen aktuell möglich sind, oder ob es regionale Einschränkungen gibt.

Artikel im KVB Forum: Selbsthilfe in Corona-Zeiten 

Im KVB Forum Oktober 2020 ist ein Artikel über die Schwierigkeiten der Selbsthilfe in Corona-Zeiten und unsere Arbeit als Landesnetzwerkstelle erschienen.

Den Artikel können Sie hier herunterladen: Selbsthilfe in Coronazeiten

Pressemitteilung des Selbsthilfezentrum München

Am 17.09.2020 wurde die Petition "Selbsthilfegruppen und Selbstorganisierte Initiativen als systemrelevant einordnen!" offiziell beim Bayerischen Landtag mit knapp 4.000 Unterschriften eingereicht. 

Das Selbsthilfezentrum München und alle Unterstützer*innen der Petition appellieren darin an die Bayerische Staatsregierung, Selbsthilfe als systemrelevanten Bestandteil des öffentlichen Lebens anzuerkennen und einzuordnen, damit ihre Akteur*innen gerade in Krisenzeiten die Arbeit fortführen können, anstatt in Isolation und Stillstand zu erstarren. 

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Wünsche an die bayerische Politik

Update 09.09.2020: Die Ehrenamtsbeauftragte Eva Gottstein, MdL, hat uns ebenfalls auf unsere Wünsche geantwortet. Das Antwortschreiben können Sie hier herunterladen. 

Info: Beim von SeKo Bayern organisierten „Selbsthilfetreffpunkt Bayern“ befassten sich Selbsthilfeaktive und Vertreter*innen von Selbsthilfekontaktstellen mit der Corona-Zeit, die von Selbsthilfeaktiven als besonders schwierig empfunden wurde. Gemeinsam wurden Wünsche an die Politik formuliert, die von SeKo weitergegeben wurden. 

Als Reaktion darauf wird sich Manfred Ländner, CSU, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport, zu einem Gespräch im September mit Seko Bayern treffen. Auch Frau Kerstin Celina, Bündnis 90/ Die Grünen, MdL und Sprecherin für Sozialpolitik, psychische Gesundheit und Inklusion wird sich mit weiteren Bezirksräte*innen persönlich mit SeKo zu den einzelnen Wünschen an die Politik austauschen.

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Universitätsklinikum Würzburg: Corona Health App 

27.07.2020 Forschung zu den Auswirkungen auf psychische und körperlich Gesundheit durch die COVID-19 Pandemie: Die Universität Würzburg hat in Zusammenarbeit mit dem Klinikum eine CORONA-HEALTH-App entwickelt. Die Studien dienen zur Evaluation der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die psychische und körperliche Gesundheit. Die Erkenntnisse sollen den Verbesserungsbedarf in bestehenden Gesundheitssystemen und individuellen Bewältigungskompetenzen erkennbar machen und diesen als Grundlage für Empfehlungen zur Verminderung negativer Auswirkungen, die durch die Pandemie selbst, sowie durch Maßnahmen zu deren Eindämmung, entstehen.

Mit den Daten der CORONA HEALTH-App möchten die Forscherinnen und Forscher einer möglichen Covid-19 begleitenden „zweiten Pandemie von Symptomen psychischer Störungen“ für Deutschland und im Ausland nachgehen, Risikofaktoren identifizieren und verbreitete Bewältigungsstrategien erheben. Gleiches gilt für mögliche körperliche Beschwerden. 

Weitere Information zum Forschungsvorhaben und zur App finden Sie auf der Homepage: https://www.corona-health.net/ 

Selbsthilfe auf Raumsuche

Erfreulicherweise sind Gruppentreffen inzwischen wieder möglich, allerdings haben viele Selbsthilfegruppen Schwierigkeiten geeignete Räume für Treffen zu finden. Bei unseren virtuellen Selbsthilfetreffpunkten und durch einige bayersichen Selbsthilfekontaktstellen, haben wir erfahren, dass viele Selbsthilfegruppen keine geeigneten Räume für Ihre Gruppentreffen finden können. Aufgrund der Hygienebestimmungen haben Gruppen in ihren bisher genutzten Räumen, oft nicht ausreichend Platz um ein Gruppentreffen stattfinden zu lassen. 

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Barrierefreie Informationen zum Coronavirus 

Auf der Homepage und dem Youtube-Kanal des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finden Sie viele aktuelle Informationen zum Coronavirus in Gebärdensprache. 

Eine Sammlung zu Links für hilfreichen Informationsangebote und Nachrichten zum Coronavirus in Einfacher und Leichter Sprache sowie in Gebärdensprache finden Sie auf der Homepage der Aktion Mensch

Auf der Seite des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. finden Sie nützliche Informationen und Hinweise zum Coronavirus speziell für blinde und sehbehinderte Menschen.